Welche Methode der Verzugsanalyse? Ein Leitfaden zur Auswahl

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Zusammenfassung

Die fünf wichtigsten Methoden der Verzugsanalyse im Bau — von Impacted As-Planned bis Collapsed As-Built: was jede misst, welche Unterlagen sie braucht und was darüber entscheidet, welche zu einem konkreten Anspruch passt.

Wenn ein Projekt später fertig wird als vertraglich vereinbart, ist die Frage einfach: wie viele Tage, wodurch verursacht, und in wessen Risikosphäre? Die Antwort ist es nicht — und die gewählte Methode prägt das Ergebnis fast so stark wie die Fakten.

Die wichtigsten Methoden

Impacted As-Planned. Störungsereignisse werden als Fragnets in den Basisterminplan eingefügt, gemessen wird die Verschiebung des Endtermins. Schnell und günstig, blendet aber aus, was auf der Baustelle tatsächlich geschah.

Time Impact Analysis. Jedes Ereignis wird in die letzte Terminplanfortschreibung vor seinem Eintreten eingefügt. Das SCL Protocol bevorzugt sie für die zeitnahe Bewertung von Bauzeitverlängerungen, weil sie vom realen Projektstand ausgeht.

Windows- / Time-Slice-Analyse. Die Bauzeit wird in Fenster zwischen aufeinanderfolgenden Fortschreibungen geteilt; in jedem wird der kritische Weg und sein Verzug untersucht. Sie setzt regelmäßige, verlässliche Fortschreibungen voraus.

Soll-Ist-Vergleich (As-Planned vs As-Built). Der Basisplan wird mit dem tatsächlichen Ablauf verglichen. Nützlich, wenn kein guter Terminplan vorliegt; die Bestimmung des kritischen Wegs stützt sich aber stärker auf Einschätzung.

Collapsed As-Built. Verzögerungen werden aus dem Ist-Terminplan herausgenommen, um zu zeigen, wann das Projekt ohne sie fertig geworden wäre. Erfordert einen detaillierten Ist-Plan mit vollständiger Logik.

Die Wahl der Methode

Fünf Dinge entscheiden:

  1. Der Vertrag — schreibt er eine Methode vor, hat sie Vorrang.
  2. Der Zeitpunkt — vor dem Auswirken der Störung (Prognose) oder danach (Rekonstruktion).
  3. Die Unterlagen — Qualität des Basisplans, der Fortschreibungen, der Bautagesberichte.
  4. Der Streitgegenstand — wenige Ereignisse oder Dutzende, die sich überlagern.
  5. Verhältnismäßigkeit — der Aufwand der Analyse muss zum Streitwert passen.

Parallele Verzögerungen

Am schwierigsten ist meist der Fall, in dem Verzögerungen von Auftraggeber und Auftragnehmer gleichzeitig den kritischen Weg treffen. Delay Layering — die Wirkung und Abfolge jedes Ereignisses zu trennen — macht aus einer strittigen Zahl einen belastbaren Anspruch.

Keine Methode ist „die beste“. Besser ist die, die sich mit den vorhandenen Unterlagen belegen lässt und die die Gegenseite Schritt für Schritt nachvollziehen kann.

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